LusenDer Lusen (tschechisch Luzný) gehört mit seiner Höhe von 1373 Metern nach dem Rachel und dem Arber zu den höheren Bergen im Bayerischen Wald. Der mit Granit-Felsblöcken vollständig bedeckte Gipfelbereich wurde einer Sage nach vom Teufel über einem Goldschatz aufgetürmt. Tatsächlich ist der Felsgipfel eine geologische Sehenswürdigkeit, die den Lusen unverwechselbar macht.

Das Gipfelkreuz wurde 1947 von der Katholischen Jugend von St. Oswald errichtet und 1992 nach einem Blitzschlag renoviert. Am 17. August 2008 segnete im Rahmen eines Gottesdienstes Diözesanbischof Wilhelm Schraml das Kreuz mit der erst jetzt daran angebrachten Christusfigur, die eine Spende des Bistums Passau ist.

Nur wenige Meter unterhalb des Gipfels befindet sich das 1938 erbaute Lusenschutzhaus. Es wird vom Bayerischen Wald-Verein betrieben, bietet Übernachtungsmöglichkeiten und wird auch im Winter am Wochenende bewirtschaftet. Hier beginnt die lange Schlittenabfahrt (Winterweg), derentwegen auch bei hohem Schnee viele Ausflügler die Mühe des Aufstiegs auf sich nehmen. Der sogenannte Sommerweg beginnt wie der Winterweg in Waldhäuser und führt auf dem letzten Stück 1,5 Kilometer schnurgerade über die Westseite. Den Abschluss dieser Strecke bildet die sehr steil ansteigende „Himmelsleiter“ genannte Steintreppe zum Gipfel.

Wanderungen am Lusen

Die wohl beliebteste (weil kürzeste) Tour beginnt etwas oberhalb von Waldhäuser am Forsthaus Waldhausreibe (1100 m ü. M.), das im Sommer tagsüber mit den im Nationalpark verkehrenden Igelbussen erreichbar ist. Dort kann man zwischen zwei Wanderwegen wählen, dem Sommerweg und dem Winterweg. An der Waldhausreibe sind beide mit einem Zeitbedarf von 1 h 15 min ausgeschildert, der einigermaßen geübte Wanderer bewältigt diese Wege jedoch in höchstens 45 min. Ambitioniertere Wanderer wählen als Ausgangspunkt die Fredenbrücke (850 m ü. M.) unterhalb von Waldhäuser, die ebenfalls mit Igelbussen zu erreichen ist, und steigen über Martinsklause, Teufelsloch und schließlich ebenfalls über den Sommerweg in etwa 2 h zum Lusen auf. Von Finsterau aus ist der Lusen ebenfalls in etwa 2 h zu erreichen. Ausgangspunkt sind die Parkplätze Schustersäge oder Oberes Reschbachtal, von der Bushaltestelle (Igelbus) am Freilichtmuseum Finsterau geht man etwa 15 min länger. Der so genannte Lusensteig führt von dort - zunächst stets am Kleinen Schwarzbach entlang - zum Gipfel des Lusen. Noch länger dauert der Aufstieg von Parkplätzen am Reschwasser (750 m) bei Mauth. Von hier aus geht man über Steinbachklause, Tummelplatz und schließlich ebenfalls über den Winterweg in gut 3 Stunden zum Lusen. Der Übergang vom Lusen zum Großen Rachel nimmt ungefähr 4 - 5 Stunden in Anspruch.

In den Sommermonaten stehen einem täglich die Nationalparkranger auf dem Gipfel des Lusens zu Seite. Beachten sollte man außerdem die Nähe zur tschechischen Grenze. Eventuell können Mobiltelefone schon auf das tschechische Mobilfunknetz umspringen, Datenroaming sollte unbedingt ausgeschaltet sein!

Sehenswertes

Himmelsleiter: Über die Himmelsleiter verläuft der traditionelle Aufstieg auf den Lusen. Es handelt sich hierbei um die schnurgerade Verlängerung des Sommerwegs, die als Steintreppe teilweise ziemlich steil über die Granit-Felsblöcke auf den Gipfelbereich zum Gipfelkreuz führt. Heutzutage ist sie die beliebteste Tour auf den Lusen, da sie auch neben dem Winterweg, dem Abstieg, die kürzeste und landschaftlich reizvollste darstellt. Trotz alledem ist die Himmelsleiter aber nur mit festen Schuhwerk zu begehen, andernfalls kann man sehr leicht umknicken. Weiter sollte man schwindelfrei sein und auch größere Schritte leicht machen können, um größere Felsblöcke zu überwinden.

Hochwaldsteig: Der Hochwaldsteig ist ein Holzbohlenweg auf halber Höhe des Sommerwegs, dem Aufstieg auf den Lusen. Als Lehrpfad eingerichtet gibt er Einblicke in den nachwachsenden Wald, der zuvor massiv durch den Borkenschäfer 1995 geschädigt wurde. Doch damals griff der Nationalpark Bayerischer Wald nicht ein, da er unter dem Motto "Natur Natur sein lassen" handelt. Nun wächst heute im Schutz der toten Bäume bereits ein neuer Wald zu einem europaweit einzigartigen „wilden Wald” nach, die den üblichen monotonen Nutzholzforsten ökologisch weit überlegen sein sein dürfte. Dies und mehr erfährt man auch bei einem empfehlenswerten Rundgang über den Hochwaldsteig.

GlasArche: Die "GlasArche" wurde von deutschen Glasmachern gefertigt und die Hand von tschechischen Holzkünstlern geschnitzt. Nach einer fünfjährigen Reise durch den Nationalpark Bayerischer Wald und den Nationalpark Šumava steht sie seit 2008 am Beginn des Sommerwegs bei der Schutzhütte Böhmweg. Sie soll zum Innehalten und Nachdenken anregen und ruft auf zu Frieden und Toleranz. Entworfen wurde sie von den Glaskünstlern Ronald Fischer und Hubert Stern, sowie weiteren Glaskünstlern aus der Region. Die hölzerne Hand, von der die GlasArche getragen wird, stammt von den tschechischen Holzbildhauern Tomas Indra und Libor Kus´das.

Lusen Schutzhaus: Das bewirtschaftete Lusen Schutzhaus befindet sich 30 Höhenmeter unterhalb des Gipfelplateaus des Lusen und wurde 1938 erbaut. Es löste eine kleine, offene Schutzhütte ab, die nach dem Ersten Weltkrieg abbrannte. Der Bau für das neue Lusen Schutzhaus begann dann 1936, 1937 begann der Innenausbau. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten Lebensmittel und Getränke zunächst vom Lusenwirt im Rucksack hinaufgetragen werden, zeitweise diente ein Esel als Tragtier. Von 1970 bis 1972 wurde die Berghütte dann umgebaut und bekam fließendes Wasser, sowie einen Stromanschluss und wurde im Oktober 1973 mit einem Hüttenabend eröffnet.

Die Entfernung zu unserem Hof beträgt ca 40km

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